Digitales Wandern

Spätestens in der Romantik wird das Laufen um des Laufens und Erlebens willen als fester Bestandteil der Freizeitgestaltung beschrieben. 

 

So alt sind wir nicht – aber auch wir sind schon zu Zeiten gelaufen, in denen es "digital" noch nicht gab, geschweige denn Smartphones oder Apps, die unterwegs immer bei uns sind.

 

Früher hat man Wanderführer gekauft (Okay, tun wir auch heute noch), Karten mit dem Maßstab 1:20000 angeschafft, Streckenlängen mittels kleinem Rädchen auf der Karte abgemessen.  Unterwegs Fotos gemacht und später vielleicht zu Dia-Abenden eingeladen (Nein, würden wir nie tun, weil wir selbst so etwas nervig finden).

 

Heute ist für uns Wandern anders geworden. Natürlich haben wir immer noch unsere Wanderausrüstung, entsprechend gute Kleidung, Butterbrotdosen, Getränke, Rucksäcke. Aber dennoch ist es anders. Digital eben. Und weil es digital ist, ist es ein Leichtes, die Daten nach der Wanderung für alle zugänglich zu machen. Arbeit zwar, aber Arbeit, die Spaß macht, weil wir – dank digitalen Zeitalters – ja oft auch fast umgehend Feedback erhalten.

 

Was für uns "digitales Wandern" bedeutet, haben wir mal folgendermaßen zusammengefasst:


Vorbereitung

Strecke planen. 

Früher: Wanderführer und Karte 1:20.000

Heute: Digitale Karten (Open Street Maps) und als Inspiration vielleicht bereits über Wanderportale eingetragene Strecken (z.B. bei GPSsies). Für Leute, die nicht selbst eine Strecke erfinden wollen: Herunterladen der GPS-Daten.


Wetter checken.

Früher: Den Vorhersagen in Funk und Fernsehen glauben. Für Experten: Die Daten der eigenen Wetterstation zur Hilfe nehmen und hoffentlich richtig deuten. Sicherheitshalber immer Regenbekleidung in den Rucksack packen.

Heute: Regenradar im Internet prüfen, bequemer: via App auf Handy.


Während der Wanderung

1. Die Tour tracken, damit wir GPS-Daten erhalten (wir machen das mit "Pado")

2. Wegbeschreibung Stück für Stück mittels Sprachnotizfunktion diktieren

3. Fotografieren mit den diversen Kamera-Apps. (Jede App hat für ihren jeweiligen Einsatz ihre Stärken und Schwächen).

4. Filmsequenzen drehen

5. Zwischendurch schon mal etwas twittern, instagrammen, auf Antworten reagieren.


Nach der Wanderung

1. Die getrackte Tour in Open Street Maps einarbeiten (der Einfachheit halber über GPSies) und zusätzliche Angaben erhalten (z.B. Höhenprofil, Streckenlänge etc.) sowie die Downloadmöglichkeit der GPS-Dateien, damit andere die Strecke downloaden und in ihre eigene Karten-App hereinladen können. Strecke in komoot importieren.

2. Die Sprachnotizen in eine brauchbare Wanderbeschreibung verwandeln und um Eindrücke während der Wanderung ergänzen („bloggen“).

3. Bilder für die Galerie auswählen, bearbeiten, hochladen und betiteln.

4. Aus den Filmsequenzen einen Film schneiden, bei YouTube hochladen und mit Musik versehen.

5. Die neu eingestellte Tour freischalten und bekannt machen (Link über Twitter).

 


... und bei allem sind wir uns sehr sicher, dass sich das Wandern mit weiteren digitalen Möglichkeiten auch noch mehr verändern wird. Jedenfalls für die, denen es Spaß macht.


Denn eines können wir auch immer noch: Schuhe anziehen, alle Technik daheim lassen, loslaufen und niemanden wissen lassen, was wir gerade tun.