Glüder - Wupperhof - Haus Hohenscheid

Diese außerordentlich naturnahe Strecke, die über die Wupperberge auf beiden Seiten des Flusses führt,  ist zwar mit nur knapp 10 Kilometern Länge streng genommen keine Tagestour, die gut 400 zu überwindenden Höhenmeter nehmen aber deutlich Tempo heraus. Bedenkt man nun die etwas länger Anfahrt vom Wuppertaler Zentrum nach Glüder, geht es alles in allem als Tagesausflug durch — vor allem im Winter. Und im Winter sind die weiten Fernsichten über die Berge noch spektakulärer, da den Bäumen die Blätter fehlen und es auch zwischen den Panoramapunkten noch Durchsicht gibt.

 

Ziehen Sie feste Wanderschuhe an! Vor allem im ersten Teil der Wanderung laufen Sie über sehr schmale Felsenwege und wahrhaft über Stock und Stein. Wer Probleme mit nahen Abgründen hat, ist hier nicht gut bedient. An manchen Stellen ist die Wupper sehr nahe am Weg — nur eben 50-100 m unter einem. Wer das nicht scheut, hat eine der schönsten Strecken unserer Gegend vor sich.

 

Wir parken auf dem Wanderparkplatz neben dem ehemaligen Landgasthof Glüder. Zu noch früheren Zeiten war dies die Solinger Disco "Getaway", viele dürften diesen Ort noch kennen. (Hier befindet sich zwar auch eine Haltestelle der Buslinie 252 ab Solingen Mitte, aber der Bus fährt nur zweimal täglich; eine Anreise per ÖPNV ist daher leider nicht möglich.)

 

Die Wegbeschreibung könnten wir hier jetzt sehr kurz halten. Der erste Teile der Wanderung folgt dem orangenen Wanderzeichen des Bergischen Wegs, der zweite Teil auf der anderen Seite dem Solinger Klingenpfad.

 

Vom Parkplatz aus gehen wir zur Wupperbrücke und suchen das Wanderzeichen X und A3. Hier biegen wir ein und sehen kurz darauf auch das Wanderzeichen des Bergischen Wegs. Diesem folgen wir, bis wir später wieder unten bei Wupperhof an der Wupper sind. Es geht einen Hohlweg bergauf, nach rechts blicken wir auf einen Campingplatz an der Wupper. Ganz sanft ziehen wir uns nun den Berg hinauf. Etwa bei Höhenmeter 50 erreichen wir eine erste Aussichtsplattform, deren Befestigung aus einem ziemlich rostigen Geländer besteht. Immer weiter bergauf geht es nun, der Weg wird schmaler, manchmal geht es neben einem wirklich unvermittelt sehr steil bergab. Wir schauen auf der gegenüberliegenden Wupperseite auf Haus Hohenscheid, einer burgähnlichen Anlage.

 

Über den Betscheider Bach führt eine neue kleine Holzbrücke. Und jetzt beginnt der längste Aufstieg dieser Tour., hier ist ein bisschen Kondition gefragt. Aber oben steht eine kleine Bank für eine Rast, kurz dahinter befindet sich auch eine Schutzhütte, die aber leider in recht marodem Zustand ist.

 

Ab hier geht es wieder hinab zur Wupper. Und zwar richtig bergab. Alles, was Sie an Höhenmetern in den letzten Kilometern gewonnen haben, verlieren Sie in knapp einem Kilometer wieder. Unten am Wupperhof gehen wir rechts, über die Wupperbrücke und etwa 100 Meter die Landstraße entlang. Zwischen zwei Häusern geht rechts der Wanderweg weißes Quadrat ab, dieser führt zum so genannten Brotweg. Das linke der beiden Häusern war ehemals eine Mühle, von wo aus Mehl und Getreide hoch zu Haus Hohenscheid gebracht wurde. Der Weg führt uns an einen Hohlweg, eben jenen "Brotweg" hinauf zu Haus Hohenscheid. Hier befinden sich ein Naturland-Hof und ein burgartiges Gebäude, das eine sehr wechselvolle Geschichte hatte (in den Zeiten des Hotelbetriebs übernachteten hier sogar Paul McCartney und die Rolling Stones) und gehört heute einem christlichen Zentrum zur Betreuung in Not geratener Menschen. 

 

An Haus Hohenscheid halten wir uns links, und oben an der Straße rechts. Diese Landstraße gehen wir nun ein Stück bergauf, bis zum Waldsaum. Hier geht es an einer Bank wieder rechts ab. Ab hier bitte einen Blick in die Karte werfen; es geht rechts auf einem Trampelpfad den Berg hinunter, hier ist der Weg nicht ausgezeichnet. Er trifft auf einen befestigten Waldweg, dem wir nach links folgen. Wiederum fast unten angekommen, geht es an einer kleinen Steinkapelle vorbei durch Balkhausen. Noch etwas oberhalb der Wupper geht es links ab mit dem  Wanderzeichen S, dem Solinger Klingenpfad sowie A2 und N. Es geht erneut bergauf, teilweise über Treppenstufen. Nun gelangen wir an einen außerordentlich schönen felsigen Kammweg, mit Heide, knorrigen Wurzeln und prächtiger Aussicht. Wenn Sie glauben, Sie sind oben angekommen, geht es weiter bergauf, bis unterhalb der Solinger Ortschaft Pfaffenberg. Hier verschwenkt der Weg nach rechts. Nun geht es mit S zum letzten Mal wieder bergab zur Wupper. Der Weg endet am ehemaligen Landgasthaus Glüder. Von hier aus erreichen wir den Parkplatz.

 

P.S.: Über Twitter erreichte uns eine Zuschrift von @gruener_punk, der die Strecke mit dem Mountainbike gefahren ist. Sie ist wohl ein "Trail-Traum", der sich mit dem Bike allerdings besser anders herum fahren lässt. Danke dafür!