WK08: Wuppertals Geografische Mitte

Was erwarten Sie an der geografischen Mitte Wuppertals? Fußgängerzone? Verkehrsstau? Bürotürme? Genau zwischen Barmen und Elberfeld, Ronsdorf und Cronenberg befindet sich nichts dergleichen, sondern: Wald. Wald auf einem Berg natürlich. Mitten in der Stadt. Und zwar so viel, dass er sich für einige Kilometer Kurztour am Feierabend durchaus eignet.


Wir starten an einem der beiden Besucherparkplätze des Skulpturenparks Waldfrieden im Gemsenweg. Unterhalb des Eingangs vom Skulpturenparks gehen wir nicht den Weg, der zum Eingang des Parks führt, sondern den rechten Waldweg, der uns an einer hohen Bruchsteinmauer entlang führt. Zur Rechten befinden sich einige Kleingärten, der Waldweg führt uns auf die Buschstraße. Hier gehen wir links bergauf. Hinter dem letzten Haus wird die Buschstraße zu einem Waldweg. Nur einige Meter weiter bergauf sehen wir ihn dann: den kleinen Pflaster-Steinkreis, der die geografische Mitte der Stadt markiert, links davon eine städtische Hinweistafel (die vermutlich nicht ewig halten wird, da sie auf Holz aufgezogen ist und die Farben der Karte jetzt schon ausbleichen). Stellen Sie sich mal drauf und fühlen Sie sich als Dreh- und Angelpunkt zwischen 343.000 Menschen. Können Sie es spüren? Macht nichts. Wir auch nicht. Aber lustig ist es schon, so mitten im Wald. 

 

Weiter geht es, immer bergauf. Links von uns sehen wir einige Plastiken von Tony Cragg im umzäunten Skulpturenpark. Alle nach rechts abgehenden Wege ignorieren wir, sondern gehen immer nur bergauf, bis wir an das obere Ende des Parks kommen, der Wald sich lichtet, das Wanderzeichen X-Raute-K nach links zeigt. Wir gehen links und haben über die Kleingartensiedlung Waldfrieden hinweg einen schönen Blick ins Tal hinunter, vom Atadösken über die Hardt bis nach Barmen. Hinter der Kleingartensiedlung führt der Weg wieder in den Wald, kurz nach der ersten Rechtskurve verlassen wir den breiteren Hauptweg und biegen rechts in einen schmalen Pfad. Je höher wir kommen, desto allgegenwärtiger wird das gleichmäßige Rauschen der Stadt, das aus den Tälern hoch schallt.

Kommen wir an den Waldrand, halten wir uns links (Vorsicht, der Weg ist schmal und schwer zu finden). Dieser Waldpfad mündet rechts in die kleine Wohnsiedlung "Bergfrieden". Wir gehen rechts bis zur Straße "Am Dausendbusch". An der Kreuzung steht ein großer alter Baum mit einer Sitzbank, die leider durch die Anwohner meist zugeparkt ist. Hier ist mit 329 m über N.N. der höchste Punkt der Tour, sogar fast ganz Wupper"tal"s. Am Dausendbusch gehen wir rechts und bewundern die aufs Allerfeinste sanierten Häuser der nicht ganz armen Wuppertaler. Die Straße endet wieder in einem Waldweg, den wir geradeaus hinein gehen. Ab hier geht es wieder bergab. Wir folgen dem Waldweg, haben gen Ende links einen kurzen Ausblick auf die Friedenshöhe und die Barmenia-Häuser. Wenn wir an einer Gartensiedlung herauskommen, gehen wir rechts und sind wieder auf der Buschstraße. Ein kleines Stück bergab, denn wieder rechts in den Weg, der an der Bruchsteinmauer entlang und direkt zu unserem Parkplatz führt.


Auch wenn man auf dieser Kurztour durch die Nähe zu den verkehrsdurchzogenen Tälern die absolute Stille vermisst, besticht sie vor allem dadurch, dass sie sehr zentral gelegen ist – und auch manchem Wuppertaler eine Ecke zeigt, die er oder sie noch nicht gesehen hat.