WF09: Dahlhausen, Wupperauen

Wir haben uns ein klein wenig schwer getan, diese Tour einzustellen. Weil sie kaum beschreibbar ist, da sie nicht in allen Teilen gut erkennbaren Wegen folgt. Diese Wege gab es mal, vermutlich gibt es sie immer noch, aber der Bauer von Oberdahlhausen hat seine gesamten großzügigen Weiden und Wiesen teilweise doppelt eingezäunt und mit "Betreten verboten"-Schildern bepflastert, so dass teilweise Improvisieren über Hänge und Wälder angesagt ist. Leider auch ein Stück viel befahrener Landstraße.

 

Das Kraxeln durch die Wupperhänge ist allerdings derartig spektakulär, dass wir die Tour dennoch nicht vorenthalten wollen. Es empfiehlt sich allerdings unbedingt, diese Runde nicht nach der Beschreibung, sondern nach den GPS-Daten zu laufen. Wanderstöcke und sehr festes Schuhwerk sind empfehlenswert. Und ein wenig Kondition auch, es geht gut bergauf und bergab. Übrigens: Die Wupperauen sind gerade im Winter besonders schön, wenn das Laub der Wälder einem nicht zu sehr die Fernsicht versperrt.

 

Wir parken auf dem kleinen Parkplatz gegenüber dem Dahlhausener Industriepark. An der Uelfe-Wuppertalstraße halten wir uns links und gehen direkt rechts die Treppe hinauf durch eine ehemalige Arbeitersiedlung direkt an den Fabrikruinen, die an der Wupper immer weiter verfallen. Die kleine Straße mündet mit schmalem Pfad in ein Wäldchen, das uns direkt in den Einstieg zu den Wupperauen führt. Ab hier empfiehlt sich der Einsatz von Wanderstöcken, denn es geht wirklich über Stock und Stein, ein bisschen Klettern muss man auch. Die Aussicht auf die hier amazonasbreite Wupper ist spektakulär. Über eine Brücke gehen wir sogar über einen kleinen Wasserfall, der einen schon recht gigantischen Lärm machen kann, wenn der Wasserstand hoch ist.

 

(Kleine Anekdote: Auf diesem Streckenabschnitt kam uns ein alter Herr mit Dackel entgegen, grüßte uns und begann seinen ersten nächsten Satz mit "Und zwar: ..." So als hätten wir ihn gebeten, seine Geschichte entlang dieser Wupperauen zu erzählen. Denn genau das tat er nun. Berichtete von einem Jungen, dem er das Leben gerettet habe, weil er knapp vor dem Stauwehr der Fabrik schwimmen gegangen sein, von einem Schwan, der sich an einem der aus der Wupper ragenden Bäume stranguliert habe und noch viel mehr. Und dass er auf seinen einsamen Wegen immer von seiner Frau auf seinem Handy angerufen werde, wo er sei usw. Was wir etwas später auch verstehen konnten, als der Weg von steilen Felsen durchschnitten wurde. Der alte Herr hatte eine operierte Hüfte und ging recht mühselig mit seinen Wanderstöcken. Wie waren er und sein Dackel hier hinüber gekommen?)

Der Weg an den Felsen entlang endet in einem kleinen Zufluss-Delta, das wir schräg rechts überqueren müssen. Hinter dem Bach gehen wir wieder bergauf, immer an der Begrenzung der Weiden entlang. Oben angekommen, haben wir wieder einen herrlichen Blick auf die Wupper, die sich nun links von uns befindet. Durch die Begrenzung der Weiden haben wir nun keine andere Wahl als wieder bergab zu gehen, um am oberen Verlauf des kleinen Wasserfalls anzukommen. Da wir nicht wieder hinunter bis zur Brücke wollen, folgen wir dem Wasserfall weiter bergauf, bis wir an einer Stelle durch eine quer gelegte Betonplatte eine Möglichkeit zum Überqueren finden. Nun im Wald immer weiter bergauf, an dem Austritt des Wasserfalls vorbei bis hinauf zu einer Straße (Bergstraße). Dieser folgen wir rechts, wenn sie auf eine größere Straße trifft, gehen wir rechts, und wenn diese auf die B 229 trifft, wieder rechts. Immer mit weitem Blick auf den Hof Oberdahlhausen, seinen wunderbar mehrfach umzäunten Wiesen, die uns leider keine andere Wahl lassen als mitten auf dieser schönen Tour dem Lärm einer viel befahrenen Landstraße ausgesetzt zu sein.

 

Nach etwa 200m biegen wir rechts ab Richtung Lorenzhaus, einer Hofschaft, die aus zwei sehr schön restaurierten Fachwerkgebäuden besteht. Mit dem Wanderzeichen x geht es direkt dahinter links hinab in einen Waldweg, der uns hinunter nach Krebsöge führt. Dort überqueren wir an einer metallverarbeitenden Fabrik mit einer Fußgängerbrücke die Wupper. Mit dem Wanderzeichen x geht es kurz dahinter über eine alte Bahntrasse, der wir nach rechts folgen, bis wir durch die kleine Ortschaft Wilhelmstal kommen, die wir schräg links bergauf durchqueren. Am Ende der Ortschaft geht es links in den Wald hinein, vorbei an alten Fischteichen. Ein Teerweg führt uns mit dem Wanderzeichen A 1 nach einiger Zeit rechts über den Wilhelmsthaler Bach und hinauf vorbei an einer pompösen alten Fabrikantenvilla, die mitten im Wald liegt. Oben angekommen gehen wir wieder über einen Bach. Wenn das Wandezeichen A 1 nach links führt, gehen wir geradeaus in den Wald, noch ein kleines Stück ergauf und dann ohne Kennzeichnung schräg rechts langsam durch den Wald wieder bergab. Rechts unten ist wieder die Wupper zu sehen. Unten angekommen, überqueren wir wieder die alten Bahngleise und gehen Am Stauwehr vorbei. In Dahlhausen angekommen, halten wir uns auf der Hardtstraße rechts und gelangen wieder auf unseren Parkplatz.

WF09: Dahlhausen, Wupperauen