WF07: Arboretum – Wald um des Waldes willen 

Eines sehen Sie auf dieser Tour quasi nie: Himmel. Dafür laufen wir durch einen Wald, um in einen Wald zu gelangen. Bundesweit einmalig ist das Arboretum, in dem sich Baumarten aller Welt befinden und teilweise skurrile Waldlandschaft zaubern. Wir sind diese Runde im beginnenden Herbst gelaufen, wo sich auf den Pfaden die lustigsten Blattformen in den schönsten Farben finden.

 

Das Arboretum ist durchzogen mit kleinen Pfaden. Der Weg, den wir hier beschreiben, lässt sich unmöglich allein anhand dieser Beschreibung laufen, denn dann hätten wir sagen müssen "Nach etwa zehn Bäumen biegen Sie in den nächsten Pfad. Sie sollten die Tour also unbedingt mit unseren oder Ihren Kartendaten abgleichen.

 

 

Wir parken am Wanderparkplatz Arboretum am Sackgassenende "Zur Kaisereiche", direkt an der Sambatrasse. Wir gehen den Weg hinunter und mit der Brücke über die Sambatrasse und gelangen dann direkt zur "Kaisereiche". Von dort aus wählen wir den Weg schräg rechts, das Wanderzeichen ist A1. Er führt uns ins Burgholz, durch einen hochstammigen Wald. Leider ist aus dem Tal das beständige Geräusch der L 74 zu hören. A1 mündet irgendwann auf einen Forstweg, an dem sich ein Wanderrastplatz mit Tisch und Bänken befindet und der vor zehn Jahren gewiss auch mal eine Aussicht hatte. Heute ist alles zugewachsen. Wir gehen nach links und wählen den unteren Weg mit der Raute, der uns ins Tal führt.

 

An einer Dreier-Gabelung wählen wir den linken Weg. Wir folgen diesem Weg bis zu einer kleinen Felsenwand. Hier gehen wir schräg rechts in einen Pfad, der nun das erste Wanderzeichen des Arboretums zeigt (blau, Blatt des Kuchenbaums). Dies ist ein kleiner Stichpfad bergauf, der uns auf einen ersten befestigten Weg bringt, den wir rechts gehen, um ihn kurz danach wieder links verlassen und in den nächsten Pfad bergauf biegen. An der nächsten Gabelung biegen wir rechts ab, gehen weiter bergauf, um dann wieder auf einen befestigten Weg kommen, dem wir wiederum rechts folgen.

 

Wir befinden uns mitten im Arboretum, schauen Sie sich mal die Bäume genauer an! Es gibt Baumrinden, die wir aus unseren Wäldern nicht kennen; Blattformen, die Sie noch nie gesehen haben. Und Sie glauben, Sie kennen Tannennadeln? Nun, es gibt welligen Nadelbewuchs, puscheligen Nadelbewuchs, seidenweichen Nadelbewuchs ... Stammformen, die fremd anmuten – und das Schönste ist: Hier sind Sie fast ganz allein! Diese Pfade scheinen nur sehr selten von jemandem gegangen zu werden, auf manche traut man sich fast nicht drauf, weil sie überzogen sind von flaumigen Grashalmen, die man nicht umknicken mag.

 

Der Arboretum-Weg biegt links ab. Wir gelangen nun auf einen herrlichen Wiesenpfad, dem wir einige Zeit folgen, immer noch durch den skurrilen Baumbewuchs des Arboretums. Wenn der Arboretum-Weg nach rechts folgt, gehen wir geradeaus weiter, immer dem Wiesenpfad folgen. Der Wiesenpfad führt uns zu einer Schutzhütte. Wir halten uns rechts auf dem Forstweg und kommen an einer Gedenktafel für die ermordeten Zwangsarbeiter vorbei. An einer Bank geradeaus in den Wald hinein; der Weg wird zu einem Trampelpfad. Dieser Pfad mündet wieder auf einen befestigten Weg mit dem Wanderzeichen Käfer. Wir folgen ihm links, aber nur kurz, denn nach einer Spitzkehre biegen wir ohne Wanderzeichen in einen gar nicht ganz so leicht ersichtlichen Waldpfad nach links. Schön über Waldboden führt uns der Pfad auf den befestigten Weg A2, und wir sind wieder mitten im Burgholz, das die fragwürdige Schönheit eines Stadtwaldes mit den noch fragwürdigeren Wegenutzungen von Mountainbikern offenbart.

 

An einer Wanderhütte mit großer Wanderkarte überqueren wir den großen Forstweg nach links und folgen dem Holzschild "Arboretum". Er führt uns über Waldboden. Den nächsten befestigten Weg folgen wir nach rechts. Stoßen wir auf einen größeren Weg, halten wir uns links und folgen weiterhin dem A2. In der Kurve biegen wir rechts auf einen engen Reitweg, der steil bergauf führt und genau über den Burgholztunnel geht, parallel zur Sambatrasse. Wir überqueren den nächsten größeren Weg und gehen geradeaus weiter in den Wanderweg A1. Wenn sich dieser Weg der Sambatrasse nähert, gehen wir den linken und halten uns parallel zur Trasse. Wir laufen direkt auf die Kaisereiche zu, halten uns rechts, überqueren die Sambatrasse und sind wieder am Wanderparkplatz.

 

Genießen Sie kurz vorher noch einen Blick auf die Sambatrasse mit ihren stadtfein bekleideten Menschen auf Asphalt, die meinen, dass sie einen Waldspaziergang machen ;)

 

Unser Fazit: Ein Stadtwald wie das Burgholz ist mit seinen befestigten Wegen und den vielen Mountainbikern für Wanderer ein wirklich eher fragwürdiges Vergnügen. Aber ein "Durchforsten" des Arboretums ist nicht nur tritt-technisch anspruchsvoll, sondern ein einzigartiges Erlebnis, das sich lohnt.

WF07: Arboretum